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Mittwoch, 21. Juni 2017

Großzöberitz Op.295 aus 1907

Großzöberitz.
Die 295te Orgel von Wilhelm Rühlmann präsentiert sich nach einer durchgreifenden Überholung durch die Orgelbaufirma Rühle in Moritzburg in ihrem historischen Gehäuse der Vorgängerorgel.
Großzöberitz Opus 295 von 1907

in das kleine alte Gehäuse wurden 16 Register inclusive Schwellwerk  hineingestellt.
der Rühlmann Spieltisch mit Balanciertritt
Die Intonation und der Klang ist hier etwas zurückhaltender und nicht ganz so kraftvoll wie an den Schwester-Instrumenten, aber durchweg homogen und ausgewogen.


Dienstag, 20. Juni 2017

Bobbau Op. 31 von 1880

Bobbau bei Bitterfeld.

Die RühlmannOrgel stammt von 1880. 1879 weilte Wilhelm Rühlmann in Paris und traf den großen Orgelbauer Cavaille-Coll der im unter anderem die Orgel des Konzertsaales Trocadero vorführte.
Als praktisches Beispiel der neuen Erkenntnisse baute Rühlmann diesen Freistehenden Spieltisch im Stil von Cavaille-Coll
Ich am Spieltisch von Rühlmann's 31ter Orgel in Bobbau
Klanglich sind die Stimmen sehr französisch,  lediglich fehlen allerdings die Zungenstimmen in beiden Manualen und im Pedal. Hier war Rühlmann doch mehr der deutschen Romantik verhaftet und konnte am Markt nicht vorbei herstellen.
nicht
an Überzeugungskraft und Klanglichkeit. Im Pedal: Subbaß 16' Principalbass 8' Octavbass 4'Manual I: Principal 8', Bordun 16' Hohlflöte 8', Rohrflöte 4' Viola di Gamba 8' Octave 4' Octave 2' Mixtur 3 fach. (1,1/3')... Manual II: Lieblich Gedackt 8', Salicional 8' Geigenprincipal 8' Flauto amabile 4'. Tritte für Windmaschine und Pedalkoppel I-P. Manualkoppel II-I schaltet über einen Registerzug. Der Freistehende Spieltisch
freistehender Spieltisch Opus 31 aus 1880
und die hervorragende Mechanik der Firma Rühlmann lassen Spielfreude ohne Ende erleben.
spitzengelagerte Wellen von Rühlmann Op.31 aus 1880.

Samstag, 17. Juni 2017

GREPPIN OP.283 von 1906 !

Neubau der Kirche in Greppin bei Bitterfeld 1906 und zeitgleich wurde die neue Orgel als 283tes Werk von Wilhelm Rühlmann im historisierendem Barock-Gehäuse angeschafft. 
Ansicht Greppin Opus 283 aus 1906.
Innerer Aufbau ist sehr ungewöhnlich. Alle Windladen stehen quer zum Prospekt. Links die Hauptwerkslade, mittig das Pedal und ganz rechts das 2te Manual. Die großen Pfeifen stehen an der Rückwand und fallen chromatisch nach vorn ab.
chromatisch abfallende Pfeifen hin zur Prospektrückseite.
Intonatorisch lässt sich hier eindeutig Georg Eule hören (ab 1906 in Firma Rühlmann) , 2004 wurde das Instrument spielbar gemacht und mit neuen Zinn-Prospektpfeifen versehen. Die Voix Céleste 8' wurde wieder angelängt und rekonstruiert.
Pfeifen des Manual II. Angelängte Voix Céleste8' 

offener Violon 16' gekröpft, da der Gurtbogen des Turmes im Weg war.
Intonatorisch machen sich ein paar Fehler bemerkbar, aber diese lassen sich durch eine Fachfirma mit guten Intonateur schnell beheben. Hinter den Prospektpfeifen sind "Prospektapperate" , davon versagt einer seinen Dienst, aber auch das ist mit Leichtigkeit zu beheben. Klanglich verhilft die (Ober-) Oktavkoppel II-I zu noch mehr Volumen im Gesamtklang.
Spieltisch Op.283
Beachtenswert ist auch das aufwendige Gehäuse was in Rühlmanns eigener Abteilung "Gehäuse und Prospektbau" hergestellt wurde. Windladen auf Registerkanzellen nach System Rühlmann. Winddruck um 80mm/WS.

Sonntag, 5. März 2017

Nauendorf Opus 287 aus 1907

Hier presentieren wir die Rühlmann~Orgel Op.287 aus dem Jahr 1907 in Nauendorf bei Löbejün/Könnern.
Vollkommen spielbar und solide überholt zeigt sich zu unserem Besuch die Nauendorfer Orgel. Der Zinkprospekt wurde leider noch nicht aus Zinn ersetzt.
1907 zusammen mit der Kirche neu erbaut in einem historisierenden  5-achsigen Gehäuse welches sich bei genauerem Hinsehen als Barockimitation dartstellt (Schleierwerk sind Laubsägearbeiten).
 Die Seitentürme springen im spitzen Winkel nach vorn, der Mittelturm ist nach vorn rund gewölbt. Im Inneren ein sehr klassischer Werkaufbau: Hauptwerk, Oberwerk und Pedal. Die Windladen sind als Registerkanzellen nach dem System Rühlmann angefertigt. (Kegelladensytem, aber mit flachen Ventilen anstatt Kegel) Hinter der Orgel-Anlage befindet sich der Balgraum. Das II.te Manual steht deutlich höher als die Windladen des Hauptwerkes.
Die Pedalwindladen sind in C / Cis geteilt und ebenerdig platziert.
Die hölzerne Tonnendecke und Einrichtung der Kirche lassen trotzdem einen klar zeichnenden angenehmen, aber auch kräftigen Klang zu.
Die Intonation ist unüberhörbar aus der Erbauerzeit von Georg Eule/Bautzen erhalten. Jedes Register eine Solostimme in sich, jede Stimme kann allein eingesetzt werden oder findet ihren passenden Partner im anderen Manual. Die Voix Céleste 8' ist ein wahrer Traum an Klangdesign. Generell im Zusammenklang aller Stimmen, egal welcher Kombination bis hin zum vollen Werke lassen die nur 14 Register kaum Wünsche übrig.Der klassische Spieltisch im Rühlmann-Design ist wie immer klar definiert und Erkennungsmerkmal.


Samstag, 14. Januar 2017

HETTSTEDT - GROSSORGEL Op.264 von RÜHLMANN 1905

Im historischen Gehäuse von Zacharias Hildebrandt 1749 presentiert sich das neue Rühlmann Werk aus dem Jahr 1905.
Restauriert, die Technik un der Spieltisch sind bis in das kleinste Detail restauriert worden. Geheime Sperrventile machen nichtautorisierten Gebrauch unmöglich....
ein Bälgeträter nebst großen Magazinbalg versorgt die ganze Orgel. Die Trakturleitungen sind noch aus Messing und mit 90°Bögen versehen,
was sehr gut aussieht, hiervon ist Rühlmann später abgegangen ,da die pneumatische Repetition darunter leidet...Klanglich abgestuft in den 3 Manualen herrliche Flöten, mit vielen Nuancen, richtig männliche Principale. Trompete schmettert, Clarinette sanft schnarrend, Oboe etwas trompetend, sonor. Im Pedal : Posaune und Trompete bringen Kraft und Gewalt. Die Streicher sanft, Voix Céleste und Salicional haben etwas von nicht irdischer Prägung, Aeoline nicht von dieser Welt und Gambe und Cello kratzen , wie die gesamte Intonation, die nicht glatt gebügelt ist, sondern mit Ecken und Kanten versehen.... der Rühlmann Style den Georg Eule als Chefintonateur ab 1906 fortsetzte. Hier gibt es sogar einen Rollschweller für den Registranten.
2 freie deutsche Kombinationen die auch einen Resetter haben...und die Kombinationsdrücker springen in Ausgangsstellung. Sogar eine Echopedalregistrierung: eine Art Transmission von Aeoline8' und Lieblich Gedackt16'
aus dem Schwellwerk ins Pedal.

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Briefköpfe im Wandel der Zeit

Heute wenden wir uns mal den Briefköpfen, Postkarten und anderen Drucksachen zu.
 Wir starten einfach im Jugendstil um 1913:
Titelseite Kostenanschlag um  1913
als nächstes meine frühesten auffindbaren Briefköpfe um 1880, auf der Lithographie ist die Spieltischwerkstatt noch nicht erbaut:
Kopf um 1880 
weiter geht es mit der Titelseite eines Angebotes um 1888:
um 1908 hier der Anschlag für Seebach (Op.311-1908)
für Schriftverkehr und Telegramme wurde zu dieser Zeit ganz zurückhaltender Jugendstil eingesetzt wie das Dokument für Jüterbog (Op.300)

in den 20er und 30er Jahren wurde der Brief und Angebotskopf vereinfacht und sieht so aus:


und hier noch eine Quittung:
POSTKARTEN gibt es auch aus den Jahren 1928. Sie zeigen die Orgelbauanstalt,
Orgelbauanstalt in Zörbig
die Orgel in Eisleben (Op. 437) und die Orgel der Lutherkirche in Erfurt (Op.425)
Eisleben Peter&Paul

Erfurt Lutherkirche


Dienstag, 29. November 2016

Mücheln am Geiseltalsee Op.56 aus 1884

Hier der noch im ungeborgenem Rohzustand verborgene Schatz erbaut von Wilhelm Rühlmann im Jahr 1884. Dieses Instrument ist seine 56te Orgel, mechanische Schleifladen, reich besetzt auf 2 Manualen und im Pedal.
Eingebaut in das historische Gehäuse der Gebrüder Trampeli, wurden seit 1917 nie wieder Prospektpfeifen ergänzt und werden noch heute von schweren dunklem Stoff verhüllt....ein Mahnmal gegen den Krieg!
Leidlich spielbar, aber für einfühlsame Musiker und Orgelbauer und auch interessierte Orgelfreunde ein Kleinod ersten Ranges, erlebbar, die sich in Rühlmanns frühe Schaffensperiode hineinhören und denken können.

Im ersten Manual eine Trompete 8' im 2ten Manual eine Harmonica 8' als Zungenstimme die wie das ganze Manual in einem, zu heutiger Zeit sehr archaisch anmutenden Schwellkassten mit nur 4!!! Türen steht.
Für meinen Fachfreundeskreis und für mich eine der bedeutensten RühlmannOrgeln der mechanischen Epoche die noch vollkommen unbekannt und auch unweit von den Metropolen Leipzig und Halle ihr desolates Dasein fristet....wobei sie eigentlich das Denkmal an Klangkunst als Referenz wäre.Unberührt.
Mücheln am Geiseltalsee  St. Ulrich.