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Sonntag, 5. März 2017

Nauendorf Opus 287 aus 1907

Hier presentieren wir die Rühlmann~Orgel Op.287 aus dem Jahr 1907 in Nauendorf bei Löbejün/Könnern.
Vollkommen spielbar und solide überholt zeigt sich zu unserem Besuch die Nauendorfer Orgel. Der Zinkprospekt wurde leider noch nicht aus Zinn ersetzt.
1907 zusammen mit der Kirche neu erbaut in einem historisierenden  5-achsigen Gehäuse welches sich bei genauerem Hinsehen als Barockimitation dartstellt (Schleierwerk sind Laubsägearbeiten).
 Die Seitentürme springen im spitzen Winkel nach vorn, der Mittelturm ist nach vorn rund gewölbt. Im Inneren ein sehr klassischer Werkaufbau: Hauptwerk, Oberwerk und Pedal. Die Windladen sind als Registerkanzellen nach dem System Rühlmann angefertigt. (Kegelladensytem, aber mit flachen Ventilen anstatt Kegel) Hinter der Orgel-Anlage befindet sich der Balgraum. Das II.te Manual steht deutlich höher als die Windladen des Hauptwerkes.
Die Pedalwindladen sind in C / Cis geteilt und ebenerdig platziert.
Die hölzerne Tonnendecke und Einrichtung der Kirche lassen trotzdem einen klar zeichnenden angenehmen, aber auch kräftigen Klang zu.
Die Intonation ist unüberhörbar aus der Erbauerzeit von Georg Eule/Bautzen erhalten. Jedes Register eine Solostimme in sich, jede Stimme kann allein eingesetzt werden oder findet ihren passenden Partner im anderen Manual. Die Voix Céleste 8' ist ein wahrer Traum an Klangdesign. Generell im Zusammenklang aller Stimmen, egal welcher Kombination bis hin zum vollen Werke lassen die nur 14 Register kaum Wünsche übrig.Der klassische Spieltisch im Rühlmann-Design ist wie immer klar definiert und Erkennungsmerkmal.


Samstag, 14. Januar 2017

HETTSTEDT - GROSSORGEL Op.264 von RÜHLMANN 1905

Im historischen Gehäuse von Zacharias Hildebrandt 1749 presentiert sich das neue Rühlmann Werk aus dem Jahr 1905.
Restauriert, die Technik un der Spieltisch sind bis in das kleinste Detail restauriert worden. Geheime Sperrventile machen nichtautorisierten Gebrauch unmöglich....
ein Bälgeträter nebst großen Magazinbalg versorgt die ganze Orgel. Die Trakturleitungen sind noch aus Messing und mit 90°Bögen versehen,
was sehr gut aussieht, hiervon ist Rühlmann später abgegangen ,da die pneumatische Repetition darunter leidet...Klanglich abgestuft in den 3 Manualen herrliche Flöten, mit vielen Nuancen, richtig männliche Principale. Trompete schmettert, Clarinette sanft schnarrend, Oboe etwas trompetend, sonor. Im Pedal : Posaune und Trompete bringen Kraft und Gewalt. Die Streicher sanft, Voix Céleste und Salicional haben etwas von nicht irdischer Prägung, Aeoline nicht von dieser Welt und Gambe und Cello kratzen , wie die gesamte Intonation, die nicht glatt gebügelt ist, sondern mit Ecken und Kanten versehen.... der Rühlmann Style den Georg Eule als Chefintonateur ab 1906 fortsetzte. Hier gibt es sogar einen Rollschweller für den Registranten.
2 freie deutsche Kombinationen die auch einen Resetter haben...und die Kombinationsdrücker springen in Ausgangsstellung. Sogar eine Echopedalregistrierung: eine Art Transmission von Aeoline8' und Lieblich Gedackt16'
aus dem Schwellwerk ins Pedal.

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Briefköpfe im Wandel der Zeit

Heute wenden wir uns mal den Briefköpfen, Postkarten und anderen Drucksachen zu.
 Wir starten einfach im Jugendstil um 1913:
Titelseite Kostenanschlag um  1913
als nächstes meine frühesten auffindbaren Briefköpfe um 1880, auf der Lithographie ist die Spieltischwerkstatt noch nicht erbaut:
Kopf um 1880 
weiter geht es mit der Titelseite eines Angebotes um 1888:
um 1908 hier der Anschlag für Seebach (Op.311-1908)
für Schriftverkehr und Telegramme wurde zu dieser Zeit ganz zurückhaltender Jugendstil eingesetzt wie das Dokument für Jüterbog (Op.300)

in den 20er und 30er Jahren wurde der Brief und Angebotskopf vereinfacht und sieht so aus:


und hier noch eine Quittung:
POSTKARTEN gibt es auch aus den Jahren 1928. Sie zeigen die Orgelbauanstalt,
Orgelbauanstalt in Zörbig
die Orgel in Eisleben (Op. 437) und die Orgel der Lutherkirche in Erfurt (Op.425)
Eisleben Peter&Paul

Erfurt Lutherkirche


Dienstag, 29. November 2016

Mücheln am Geiseltalsee Op.56 aus 1884

Hier der noch im ungeborgenem Rohzustand verborgene Schatz erbaut von Wilhelm Rühlmann im Jahr 1884. Dieses Instrument ist seine 56te Orgel, mechanische Schleifladen, reich besetzt auf 2 Manualen und im Pedal.
Eingebaut in das historische Gehäuse der Gebrüder Trampeli, wurden seit 1917 nie wieder Prospektpfeifen ergänzt und werden noch heute von schweren dunklem Stoff verhüllt....ein Mahnmal gegen den Krieg!
Leidlich spielbar, aber für einfühlsame Musiker und Orgelbauer und auch interessierte Orgelfreunde ein Kleinod ersten Ranges, erlebbar, die sich in Rühlmanns frühe Schaffensperiode hineinhören und denken können.

Im ersten Manual eine Trompete 8' im 2ten Manual eine Harmonica 8' als Zungenstimme die wie das ganze Manual in einem, zu heutiger Zeit sehr archaisch anmutenden Schwellkassten mit nur 4!!! Türen steht.
Für meinen Fachfreundeskreis und für mich eine der bedeutensten RühlmannOrgeln der mechanischen Epoche die noch vollkommen unbekannt und auch unweit von den Metropolen Leipzig und Halle ihr desolates Dasein fristet....wobei sie eigentlich das Denkmal an Klangkunst als Referenz wäre.Unberührt.
Mücheln am Geiseltalsee  St. Ulrich.

Montag, 21. November 2016

der mysteriöse Apparat



seit längerem rätseln Kreiskantor und Organist an der Nikolaikirche in Jüterbog Peter Michael Seifried und ich
was in der Orgel in Jüterbog (Rühlmann-Op.300 von 1908) für eine nicht genutzte Apparatur steht.
Durch meine Forschung in Fachliteratur aus der Zeit heißt es nur "die Spieltraktur wird separat versorgt durch einen sinnreich erdachten Kompressionsapperat und arbeitet mit 130mm Wassersäule) (Pfeifenwind ist 80mm). Vergleichbare Exemplare in Magdeburg Ullrichskirche usw sind in Bombennächten 1945 verloren gegangen. Ich als Spezialist für pneumatisch gesteuerte Orgeln lud meinen Freund und Experten in pneumatischen Steuerungen, Orgelbaumeister Benjamin Welde
aus Zittau ein, gemeinsam mit uns das Geheimnis zu lüften. Gemeinsam trafen wir uns an einem regnerischen Tag im Ende Oktober 2016 und begannen die Arbeiten. Zur Funktion bringen des mysteriösen Apparates an das vorhandene Orgelsystem...... Wir brachten die Steuerung des 108 Jahre alten Systems in Gang und es begann zu Arbeiten.... leider ohne Erfolg....wir koppelten die separate Windmaschine für den Trakturwind ab und das Herz der Orgel begann wieder zu schlagen. Rhytmisch aller 10 Sekunden mit höhrbaren Schlägen.

Zur Funktionsweise: 1908 zur Erbauung des Instrumentes versorgten 2 Bälgeträter die Orgel mit Wind.... da die Anlage pneumatisch gesteuert ist, und Rühlmann immer Wert auf präzise Spielart legte, wurde eine Winddruckerhöhung eingebaut. Als erstes füllt sich mit 80mm WS ein kleiner Balg der mit Gewichten belastet ist und sich in einer luftdichten Kiste befindet.. sobald er voll aufgegangen ist schaltet er über ein Steuergestänge den Windzufluss ab und in die luftdichte Kiste wird jetzt Wind mit 80mm geblasen.
Dieser drückt den Balg zusammen und er presst die Luft die in ihm ist weiter in einen kleinen Speicher im Inneren der Orgel von dort wird er direkt zum Spieltisch geleitet. Ist der kleine Arbeitsbalg im Inneren der Kiste soweit zusammengedrückt wurden, dann schaltet das Steuergestänge wieder um, und bläst den Balg auf und das Ganze beginnt von vorn. Wenn man real daneben steht und das beobachtet denkt man die Orgel lebt ein Herz schlägt und sie ist lebendig.

Sonntag, 20. November 2016

RÜHLMANN ORGEL in NEMSDORF Opus 237

Hier zu sehen die fast unspielbare Rühlmann Orgel in Nemsdorf bei Querfurt aus dem Jahr 1902.
Bemerkenswert ist nicht nur das historisch prachtvoll barocke Gehäuse und der exponierte Platz der Orgel oberhalb des Altares, sondern die aus der Erbauungszeit noch erhaltene und funktionsfähige Windmaschine von 1902 mit 110 Volt Gleichstrom.
Versorgt wird die 114 Jahre alte Maschine von einem digitalem Gleichrichter- sie arbeitet heute noch tadellos und ohne Nebengeräusche.  Außerdem verfügt das Instrument über ein reichbesetztes II.Manual worin neben der Voix Celéste 8' auch eine Oboe 8' ihren solistischen Platz findet. Im ersten Manual erstaunt die Anlage einer Quinte et Octave 2 2/3' & 2' und zusätzlich noch eine Mixtur 4- 5 fach!!! Im Pedal schmettert Posaune 16' fundamentale Bässe in den Raum. Spätromantik pur.

Umdisponierungen blieben der restaurierungsbedürftigen Orgel gottseidank erspart.Lediglich die Abgabe der Frontpfeifen für Kriegszwecke mit anschließendem Ersatz aus Zink....
Diese Orgel ist ein wichtiger Meilenstein Rühlmann´schen Schaffens und sollte viel mehr Beachtung finden! Interessant für den OrgelTechniker: Rühlmanns Winddrossel, keine gewöhnliche Rollendrossel wie man sie kennt, sondern, eine im Windkanal angelegte Klappe wird über ein Seil bewegt und öffnet und schließt, je nach Höhe des Magazinbalges.



Samstag, 1. Oktober 2016

GLINDE Op.80 -1886

Glinde. Eine der letzten mechanischen SchleifladenOrgeln von Rühlmann aus 1886!!!

Pracht und Herrlichkeit der Einzelstimmen, Freipfeifenprospekt zugleich mit erschaffen, und im II.Manual, als Highlight, Äoline 8' als Zungenstimmen ähnlich einem Harmonium. Absolut ein Schatz und leidlich gepflegt. Absolut besuchenswert!